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Musterbrief



Inhalt

 
MUSTERBRIEF OKTOBER 2017
 
 
Neu in der Sammlung: petersen tegl A/S, Ziegelsteine

petersen tegl, aus Nybøl Nor in Dänemark, hat sich seit seiner Gründung vor mehr als 220 Jahren von einer lokal ansässigen Ziegelei zu einem hoch spezialisierten, globalen Unternehmen entwickelt. petersen tegl besteht aus einer Gruppe von Ziegeleien, deren Handwerk die Herstellung von hochwertigen Mauersteinen und Ziegeln ist. Als die einzige in Dänemark beherrscht petersen tegl auch das Brennen von Ziegeln mit Kohle als 
Brennstoff.
 
Nach drei Tagen im Kohlebrandofen sind die Ziegelsteine fertig gebrannt 

Geddämpfte Ziegel
Mit dem Veredelungsprozess des Dämpfens, wird bei den Ziegeln ein charakteristisches Farbspiel erreicht. Dabei werden bereits fertig gebrannte Ziegel in einem speziellen Kammerofen auf 900-1'000° C erhitzt, um anschliessend in reduzierender (sauerstofffreien) Atmosphäre abgekühlt zu werden. Diese Dämpfe dringen in den Ziegel ein und der Kohlenstoff lagert sich darin ab. Gleichzeitig wird dem Eisenoxid der Sauerstoff entzogen, die Reduktion (Umwandlung) zum Eisen(II)-oxid findet statt.  Ein rötlicher Stein wird nach dem Dämpfen (reduzieren) schwarz, ein gelblicher Stein wird grau.
 
Ziegel vor und nach dem Dämpfprozess: links Kolumba K31, rechts Komumba K51 
 
Die Schweiz und das Backstein-Revival
Die Kunst und die Tradition der Ziegelbauten, die vor allem in der Architektur des nördlichen Europas fest verankert sind, hat in den letzten Jahren stark an Einfluss gewonnen. Die Farbigkeit der Ziegel zeugt vom Lehm aus dem sie gemacht sind, die Oberfläche vom Handwerk des Formens und des Brennens. Die Ziegelsteine lassen zudem einen grossen gestalterischen Spielraum bei der Schichtung und Fügung zu. Die traditionelle Bauweise des Sichtmauerwerks wurde in jüngerer Vergangenheit gerade auch von Schweizer Architekten in eine zeitgenössische Ästhetik zu überführt.
Mit der Erweiterung der Tate Modern in London von Herzog & de Meuron, der Erweiterung des Kunstmuseums Basels von Christ & Gantenbein und der Kolumba von Peter Zumthor in Köln, haben drei Museumbauten von internationaler Strahlkraft entscheidend zur aktuellen Ziegelstein-Renaissance beigetragen. Die beiden letzteren Projekte wurde mit Ziegeln von petersen tegel ausgeführt.
 
Kunstmuseum Basel, Christ & Gantenbein: Grau gedämpfte Ziegel im Flensburger Format 228x108x40 mm
 
Der Kolumba Stein
Der Kolumba™ wurde im Jahre 2000 als gemeinsames Projekt von petersen tegl und Peter Zumthor für das Kolumba Museum in Köln entwickelt. Jeder Ziegel wird einzeln von Hand geformt. Kolumba wird als Standard mit den Abmessungen 528 x 108 x 37 mm geliefert, kann jedoch auch mit individuellen Massen hergestellt werden. Darüber hinaus versucht die Ziegelei, allen Wünschen nach besonderen Farben oder Oberflächen gerecht zu werden. In der SBCZ befindet sich eine grosse Auswahl von veschiedenfarbigen Kolumbasteinen zum «Be-Greifen».
 
Auswahl von Kolumbasteine in der SBCZ Sammlung
 
Handarbeit im Familienbetrieb
Am 17. Mai 1791 erteilte König Christian VII dem Kleinbauern Peter Andresen die Erlaubnis für den Betrieb einer Ziegelei bei Nybøl Nor. Heute wird die Ziegelei von Christian A. Petersen und seinen Töchtern betrieben, und damit jeweils in der 7. und 8. Generation in Folge.
 
Ziegelsteinproduktion in Handarbeit bei petersen tegel.
 
Zur Herstellung der Ziegelsteine wird ein nasser Lehmklumpen in eine Holzform gepresst. Der überschüssige Lehm wird abgeschabt. Dieser Prozess geschieht bei petersen tegel entweder von Hand oder von selbst entworfenen und gebauten Maschinen, welche die manuelle Herstellung nachahmen. So erhalten die Steine ihr variierendes Aussehen.
 
Selbst entworfene und gebaute Anlagen von Petersen Tegel zur Nachahmung manueller Herstellung
 
Das 6,5 km2 grosse Nybøl Nor war damals wie heute ein idealer Ort, um Ziegel herzustellen. Entlang der Küste gab es Tonablagerungen aus der Eiszeit, und als direkter Transportweg diente eine Fahrrinne zur Flensburger Förde. Um 1800 lagen die Ziegeleien dort dicht an dicht. Etwa 50 waren es insgesamt, die grösste Konzentration in Nordeuropa. Heute sind davon noch sechs Betriebe geblieben.
 
Bernhard Krutzke, Backstein Kontor
Das Backstein-Kontor liegt in Köln-Ehrenfeld, unweit der Stadtmitte. Das Unternehmen hat seinen Sitz in einem rustikalen, zweigeschossigen Bau mit Atrium, der unmittelbar vor dem 2. Weltkrieg errichtet wurde. Im 1'000 m2 grossen Showroom werden über 700 verschiedene Backsteine präsentiert, auch die von petersen tegl.
 
Showroom Backstein Kontor, Köln
 
Unter Leitung von Bernhard Krutzke berät das Backstein-Kontor eine grosse Zahl von Architekturbüros in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das neunköpfige Team löst kleine und grosse Planungsaufgaben im Bereich Bauen mit Backsteinen.
 
 


KONKRET: Fachgespräch mit Brownbag-Lunch
«Systematik in Stahl», Jansen AG, Erweiterung St. Jakobshalle, Basel
Donnerstag, 5. Oktober 2017 von 12:15 bis 13:30 Uhr

Referenten:
Jürg Berrel, Architekt SIA BSA, Berrel Berrel Kräutler AG Architekten ETH
Sebastian Thieme, Leiter Technik international, Jansen AG

Kostenlos, Anmeldung bis 3. Oktober an thema@baumuster.ch
 
RÜCKBLENDE SEPTEMBER 2017
 
 

Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. von 9-17.30 Uhr